Papierwerke 2 und 3D

P. ASSMANN, E. BEIERHEIMER, K. BORCHERT, H. CMELKA, B. DAUM, T. FINK, M. HOFMANN-GÖTTLICHER, I. LOITZL, R. MITTRINGER, D. PEEVA, B. TSCHAIKNER, W. WEER

Vernissage: 
Samstag, 31. Januar 2015 - 17:00
3. 2. 2015 - 6. 3. 2015

Opening: Samstag 31.01.15 um 17h (mit einer Einführung von Peter Assmann)

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit MONDI Paper Sales GmbH. und PAPIERMACHERMUSEUM.

Mit:

PETER ASSMANN
EVA BEIERHEIMER
KIRSTEN BORCHERT
HELGA CMELKA
BABSI DAUM
TONE FINK
MICHAELA HOFMANN-GÖTTLICHER
INA LOITZL
ROBERT MITTRINGER
DARINA PEEVA
BIANCA TSCHAIKNER
WALTER WEER

"Papier ist nicht nur „geduldig“, sondern auch ein besonderer (Kunst)Werkstoff. Seit Jahrhunderten ist es die Basis für rasche Skizzen, Entwurfzeichnungen oder ausführlich gestaltete Bildwerke im großen und kleinen Format; es dient aber auch schon genauso lange als Werkstoff für dreidimensionale Kunstwerke.
Die Kunst des japanischen Origami ist hier nur ein Stichwort; Papierskulptur ist jedoch vor allem ein im 20.Jahrhundert massiv weiterentwickelter Teilbereich plastischen Gestaltens geworden.
Ob im Sinne der „arte povera“ als bewusst gesetztes Zeichen der Verwendung von Alltagsmaterialien, ob als Pappmaché oder mit Kartonschachteln als Modul gestaltet - Papier ist zwischenzeitlich zu einem selbstverständlichen Ausgangspunkt auch für dreidimensionales künstlerisches Formen geworden.
Die große Freiheit, die Papier vermittelt, seine quasi omnipräsente Verfügbarkeit ist ein besonderes Willkommenszeichen an die Kunst: weiß und „unschuldig“, offen für jede Zeichensetzung oder andere Intervention. Und diese Freiheit wird auch ausgenützt und weiter entwickelt. Papier wird nicht nur bezeichnet und bemalt, mit den unterschiedlichsten Drucktechniken darauf Bilder gestaltet – bis hin zum aufwändigen Computerdruck - sondern auch zerkleinert, zerknüllt, eingerissen, neu zusammengefügt.
Papier wird jedoch zudem zu höchster, edler Gestaltung geführt: Spezialpapiere bestimmen sofort eine andere Wertigkeit des darauf oder damit konzipierten Kunstwerks.
Papier ist allerdings stets der Träger des unmittelbarsten Ausdrucks des künstlerisch gestaltenden Menschen; es ist ihm nahe wie kein anderes Material, fast so etwas wie eine weitere Hautschicht. Speziell in Österreich ist die Kunstentwicklung der letzten Jahrzehnte nicht nur durch eine besondere Nähe zur
Zeichnung – mit den entsprechenden großen Vorbildfiguren aus dem Beginn des 20.Jahrhunderts, Klimt, Schiele, Kokoschka, Kubin – geprägt, sondern auch gekennzeichnet durch eine konsequente Arbeit am und mit dem Werkstoff Papier aus skulpturalen Gesichtspunkten. Daher ist die zusammenfassende Kunstperspektive der Papierverwendung nicht nur eine konzentrierte Materialbetrachtung, sondern auch eine breite Bestandsaufnahme gestalterischer Überlegungen der Gegenwartskunst.
Denn Papier ist in diesem künstlerischen Sinne als bewusst gewähltes Material ein Konzept für sich. Es wirkt viel dauerhafter als die zunächst erscheinende Fragilität glauben macht und steht daher sowohl für künstlerische Schnelligkeit wie auch für künstlerische Langfristigkeit, für Spontaneität wie für Erinnerung – für die Kraft der künstlerischen Geduld wie auch der künstlerischen Ungeduld." [Peter Assmann]