Art and Politics

Tricky Women goes Gallery

Vernissage: 
Samstag, 10. März 2018 - 14:00
13. 3. 2018 - 6. 4. 2018

TRICKY WOMEN goes galleries: Art and Politics
 

Eröffnung am 10.3.2018

. 14h Artist Talk

. 15h Ausstellungseröffnung

Ausstellungsdauer von 13.3.2018 bis 6.4.2018

 

Wer darf mitspielen, wer nicht? Wer definiert das? Was geschieht mit der Kunst und mit gesellschaftlichen Spielregeln bei politischen Umbrüchen? Passend zum diesjährigen Festivalschwerpunkt auf dokumentarische und politische Animationen erkundet die Ausstellung im Rahmen von Tricky Women 2018 die Wechselwirkungen zwischen Kunst und Politik. Zu sehen sind Filme und Objekte von Katrin Rothe, Betina Kuntzsch und Lauren Orme.

 

 

Katrin Rothe: Zwischen Kunst und Dokument
Friss Ananas Bürger, und Haselhuhn, wirst bald Deinen letzten Seufzer tun“ dichtet der revolutionäre Poet Wladimir Majakowski 1917. Er ist wie Maxim Gorki, Sinaida Hippius und andere Künstler*innen mitten im Geschehen, als im Februar der Zar gestürzt wird, und im Oktober die Bolschewiki in St.Petersburg die Macht übernehmen. Vielseitig, wie die Kunst und die politischen Ansichten von damals, ist die Wand die die Trickfilmkünstlerin und Dokumentarfilmerin Katrin Rothe für die Ausstellung gestaltet. Mit ihrem Film 1917 – Der wahre Oktober, der im Rahmen des Festivals zu sehen ist, beleuchtet Katrin Rothe die russische Revolution erstmals anhand von Künstler*innenbiografien.  In der Ausstellung geben Animationsfilmpuppen, futuristisch anmutende originale Siebdrucke der Filmkulissen und feine Hintergründe einen Einblick in den einmaligen Arbeitsprozess zwischen Kunst und Dokument. [Website: http://www.1917-derfilm.de/]

Betina Kuntzsch: Vom Mitspielen und Wegzaubern

Mit Animationen, Laterna Magica Fragmenten und (Spiel)Objekten nähert sich Betina Kuntzsch ungewöhnliche Frauenbiografien an. Wie schon in ihrem Animationsfilm Halmaspiel rekonstruiert sie in der Kro Art Contemporary das gleichnamige Spiel, das ihre Mutter im Gefängnis mit Zellenkameradinnen nach einem gescheiterten Fluchtversuch in der DDR aus Zeitungen und Zahnseide baute. Anhand der ausgestellten Spielobjekte stellt sich die Frage: Wer oder was definiert die gesellschaftlichen Spielregeln? Der vielfach preisgekrönte Animationsfilm WEGZAUBERN hingegen entstand durch das Interesse an den Biografien von Psychiatrie-Patientinnen. Hier arbeitet Betina Kuntzsch mit originalen animierten 35mm-Filmschleifen für Laterna Magica aus der Zeit um 1900. Durch die Collage aus Textfragmente der Krankenakten entsteht ein kollektives Porträt von Künstlerinnen, die als „psychisch krank“ weggesperrt wurden. Auch Loïe Fuller entzog sich jeder gesellschaftlichen Norm. Die Tanzvisionärin gilt nicht nur als Wegbereiterin des modernen Tanzes, sondern revolutionierte mit ausgefallenen Lichtspielen auch die Bühneninszenierung. In der Ausstellung reprojeziert Betina Kuntzsch Filmscans eines orginalen Laterna Magica Films mit Aufnahmen der Ausnahmekünstlerin. [Website Betina Kuntzsch: http://www.element-video.de/]

Lauren Orme: Bird In a Cage

Lady Rhondda, bürgerlich Margaret Mackworth, ist eine jener revolutionären Figuren, deren bahnbrechende Arbeit für Frauenrechte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bislang kaum gewürdigt wurde. Sie stand dem Ableger der Women’s Social and Political Union in Newport vor, kämpfte um einen Sitz im Oberhaus des Parlaments, saß wegen Anzündens eines Briefkastens im Gefängnis, wurde eine erfolgreiche Geschäftsfrau und gründete eine der wichtigsten Zeitschriften für Politik und Literatur ihrer Zeit. Mit ihrem Animationsfilm Bird in a Cage, der gemeinsam mit 100 jungen Menschen in einem Schulprojekt entstand, würdigt Lauren Orme diese außergewöhnliche Frau. [Website Lauren Orme: http://www.laurenorme.com/a-bird-in-a-cage]